© Spurensucher - 05.12.2022

Heidenmauern: Forschung auf die lange Bank geschoben

 

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Am besten gleich weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen. Wer im Schwarzwald wandert, stößt – spätestens beim Pilzepflücken im Unterholz schon mal auf zig Meter lange Mauern (in diesem Falle bei Häusern etwa auf 40 Metern am Stück). Diese sind weder vom Bauern noch vom Handwerker aus dem Dorf, sondern weitaus älter.

 

Zu vermuten ist die Entstehungszeit, die hunderte wenn nicht gar tausende Jahre zurück liegt. Warum nicht hunderte, würde der geübte archäologische Forscher fragen? Nun, weil schlicht der Grund dafür fehlt. Vermutlich war die Vegetation ursprünglich eine weitaus andere – soweit wird dieser Forscher wohl zustimmen. War es eine Viehweide? Im Geiste sehe ich den Forscher lebhaft nicken. Dann mag es womöglich eine Einzäunung für's Vieh gewesen sein? Ein weiteres Nicken würde vermutlich folgen …

 

Nun, denke ich laut, wo sind dann die anderen Abgrenzungen für's Vieh? Warum ist dieses Überbleibsel derart breit mit seinen rund > 2 Metern? Warum zieht sich das Ding am steilen Hang talwärts und nicht – wie bei Hängen üblich – horizontal? Und: Warum mutet man sich einen solchen Aufwand zu – vorausgesetzt man würde auch auf einen Hinweis bezüglich der anderen fehlenden 3 Abgrenzungen stoßen, die jedoch schlicht nicht vorhanden sind. OK, sie könnten ja im Laufe der Zeit beseitigt worden sein … Wer solchen Aufwand tätigt, scheut auch den Rückbau nicht ?!

 

Nun, denke ich weiter: Also ein ein Meter breiter Zaun aus tausenden von Felsen reicht nicht, die recht geübt in Trockenbauweise übereinander geschichtet wurden. Es mussten damals schon mehr als 1,50 Meter gewesen sein. Welche Tierart musste man derart vor Ausbruchsversuchen schützen? Weitere Frage: Wer hat die tonnenschweren Zwischenstücke (oder Einzelstücke der Mauern) heran geschafft (offenbar hatte man damals unendlich Zeit) und vor allem WIE? Nicht alle waren so handlich wie diese hier im Bilde.

 

Heidenmauern - Stumpfsinnige Beschäftigungstherapie vor dem Christentum?

 

Tja, vielleicht käme der geübte Forscher auf die Idee, anzunehmen, dass es sich um eine Gebietsgrenze gehandelt haben könnte. OK, aber benötigt man für eine Gebietsgrenze eine unvollständige und vor allem über 2 Meter dicke Mauer? Das Ganze will mir so nicht einleuchten, zumal ein vernünftiger Anfang sowie ein stimmiges Ende fehlen. 

 

Andere haben sich die Frage auch schon gestellt, doch niemand traut sich an das Rätsel heran, dass sich wie ein roter Faden durch den gesamten Südschwarzwald zieht, wie wir noch sehen werden. Wenn es nur die Mauern wären … doch diese für sich geben schon genügend Rätsel auf.

 

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Wir finden alleine in dieser hier dargestellten Hangmauer sehr großformatige behauene Felsen, die für sich genommen schon weder auf eine prähistorische Schubkarre passen, noch mal eben locker zu zweit in eine solche Statik gebracht werden konnten. Ich tippe bei dem rechten Exemplar auf mindestens 900-1.1000 Kilo. Bergab rollen fällt auch weg. Ziehen womöglich mit mehreren Ochsen. Aber wozu diente dann ein solches Konstrukt?

 

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Eine Mauer, die keinen Sinn ergibt. Ein solches Ungetüm ist für die Ewigkeit.

 

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Steile Hanglage: Hatte diese Gegend einmal eine völlig andere Bedeutung? Außerhalb der landwirtschaftlichen "Denke"?

 

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Sicherlich keine bloße Ansammlung von Lesesteinen. Wer und aus welchen Gründen würde sich eine solche Mühe machen?

 

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Ich schätze, hier werde ich in Zukunft noch einiges entdecken. Teilt mir mit, wenn Euch weitere Ideen zu solch' ausgefallenen Konstrukten einfallen.

 

 

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